Blut ist ein besonderer Saft

Ich führe für die Sicherheit meiner Patienten seit über 10 Jahren das Patient Blood Management (PBM) durch, ein dreistufiges Verfahren, um das Arzneimittel Blut nur dann einzusetzen, wenn keine anderen therapeutischen Maßnahmen möglich sind.

Es ist heute sehr gut belegt, dass mit der Verabreichung von Fremdblut das postoperative Risiko für Infektionen, allgemeine Komplikationen und die Sterblichkeit signifikant ansteigt. 


Die häufigste Ursache für solche Transfusionen ist die unbehandelte Blutarmut (Anämie) die am häufigsten bei Menschen über dem 65. Lebensjahr anzutreffen ist, und das ist die typische Altersgruppe für den künstlichen Gelenksersatz.

Die drei Säulen des PMB

  • Optimierung des Erythrozytenvolumens:
    Ein einfacher Bluttest deckt eine Anämie auf, die gezielt behandelt wird, erst danach erfolgt die geplante Operation.
  • Die systematische Minimierung des intraoperativen und diagnostischen Blutverlustes:
    Neben schonender Operationstechnik (minimal invasiver Zugang, exakte Blutstillung) wird durch die Gabe von Tranexamsäure der Transfusionsbedarf um weitere 30% reduziert.
  • Erhöhung und Ausschöpfung der individuellen Anämietoleranz:
    Je jünger und umso weniger Vorschäden an Organen wie z.B. Niere, Herz und Gehirn desto besser ist die Toleranz von PatientenInnen für den postoperativen Blutverlust. Daher wird für jeden PatientenIn eine individuelle Entscheidung getroffen, ob eine Transfusion sinnvoll ist oder nicht.

Die Ergebnisse sprechen für sich!

Seit Einführung dieses Vorgehens 2007 ist die Transfusionsrate dramatisch gesunken, ohne dass ein einziger Patient/ eine einzige Patientin Schaden genommen hätte.


Transfusionsrate (Stand 2017):

Künstlicher Kniegelenksersatz (Knie-TEP) unter 1% 

Künstlicher Hüftgelenksersatz (Hüft-TEP) unter 8%